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Sunday, June 29, 2008

MUSIK: FRAGILER MOMENT MIT SINGER SONGWRITER JASON WEBLEY

Hinter Jason Webley als Typ, der zum maßlosen (russischen) Trinken aufruft ...

... und mit tiefer Hard-Rock-Stimme als angry young man schreit, ...

... steckt ein hochgebildeter, mehrinstrumental virtuoser, sehr geistreicher Texter und Musiker ...
















... mit einer gehörigen Portion Sensibilität und Romantik. - Was er mit aller Kraft zu verstecken versucht. (Fotos © Jason Webley privat)


GASTHAUS VORSTADT DER US-SINGER SONGWRITER JASON WEBLEY LIESS AUF EINLADUNG DES WIENER SONGWRITER VEREINS (VSA) SEINE SENSIBILITÄT UNTERM HARDROCKER DURCHBLICKEN

Als Jason Webley im ziemlich grindigen Wiener-Vorstadt-Lokalhinterzimmer des 16. Wiener Bezirks seinen Song Almost Time To Go singt, schafft er es endgültig, maßlos an das Herz der Zuhörerin zu rühren. Denn jetzt erst, wenn er - sich selbst allein am Klavier begleitend - auf jegliche Show verzichtet, kann sie sich auf seine Musik, seine Worte, seinen intelligenten Ausdruck konzentrieren. Sie ist eine Zuhörerin, die sich in der dunklen, bis zum letzten 140. Platz mit Menschen angefüllten Spelunken-Atmosphäre zwischen Zwiebel-, Bier- und Essensgeruch nicht wohl fühlt. Doch da, inmitten dieses zwiespältigen Gefühls, blitzt jener magische Moment in ihr Empfindungsvermögen, zu einem Zeitpunkt, wo Webleys Konzert schon fast zuende ist. Es ist erstaunlich, dass es immer wieder dasselbe Wesen ist, das es schafft zu tangieren: der Typ Mensch, der mit Stärke, Witz, Aggressivität, mit männlicher Vitalität, alles Erdenkliche versucht, um seine insgeheime Verletzlichkeit, seinen Stolz, zu verbergen. Doch macht es auch nur eine Sekunde den Anschein, er spiele da etwas vor, ist es mit dem Zauber auch schon vorbei...

Überlegener unter grölender Masse

Um zu erfahren, wovon der US-Singer Songwriter aus Seattle in diesem Augenblick singt, wird sie später die von ihr mühsam aufgespürten Worte seines Texts nachlesen. Sie muss wissen, warum sie es vermögen, ihn sich so ausliefern zu lassen, offen der Welt ausgesetzt, als wäre er jemand mit abgezogener Haut. Eine einzige große Wunde. Ein Reisender, der täglich vom einen Ort zum Nächsten zieht, seine Lieder spielt, zur Unterhaltung der Leute, zu ihrer "Erheiterung". Er, der er sich so sehr in seinem Alleinsein erlebt, in seiner flüchtigen Überlegenheit. Es scheint zuerst, als singe er von jemand anderem, der einmal da war und dann wegzog, dessen zuruckgebliebenen Gegenstände wertlos seien, weshalb es für jenen fast "Zeit" gewesen sein mußte "zu gehen". Webley wisse nicht, ob der andere am Ende verzweifelt gewesen wäre, obwohl er ihn wie die Hölle kämpfen hatte sehen. Und da jener nie gut geschlafen hätte, hoffe er für ihn, jetzt einen rastvollen Ort gefunden zu haben. Jener Mann, der ein deplatzierter Tattoo-Charakter, der ein Patchwork Quilt von Leuten, gewesen sei. Es ist, als spräche Webley von einem freiwillig den Tod gewählten Mann. Doch im dritten Textteil löst sich das Rätsel auf, da Webley sich an die Allgemeinheit - und damit an sich selbst - richtet:

"Denk an Menschen, Orte, die du kanntest,
an Skulpturen aus Sand.
Die Flut kommt herein, und wir gelangen nirgendwo hin.
Wenn deine Füße noch in Schuhen stecken, woraus sie schon entwachsen sind,
Dann ist´s fast Zeit, ist´s fast Zeit zu -
Denk an den Samen, den du verstreut und gesät hast,
aus deiner Hand,
wie er sich im Wind verloren hat gleich einer winzigen Feder;
An (deine) Dinge, die du dem Gewöhnlichen als überlegen empfindest,
Dann ist´s fast Zeit, ist´s fast Zeit .. zu gehen."

Es ist Webley, der inmitten der jubelnden Menge als erleuchtete Künstlerseele leidet, doch genauso geht es manchem Zujubelnden hinter der eigenen grölenden Fassade. - Keiner fühlt sich verstanden, nicht einmal von denen, die eh (jubelnd) verstehen. Und das zu verstehen, macht wieder die große Magie des unterbewußten, kollektiven Verbundenseins aus. Durch diesen einen Song entschlüsseln sich in ihrer Dimension automatisch alle anderen Songs, jene davor, jene danach: Lieder - begleitet vom verstärkten, überragend leicht gespielten Solo-Akkordeon, von der verstärkten, bestimmt gespielten Solo-Gitarre, von Webleys nachdrücklich stampfenden Füßen auf einfachem Fußbrett, das irgendwann ob des vehementen Gegendrucks zerbricht, von Webleys tscheppernden Münzen in zwei Flaschen -, mit denen sich der langhaarige Barde unterm Schlapphut, der vor zehn Jahren als einfacher Straßenmusiker begonnen hat, angenehm tief und theatral bedacht seine Wut aus dem Leib schreit: mit einer Stimme zwischen Tom Waits und Heavy Metal, Leonard Cohen und Gypsy, Bob Dylan und Folk, Nick Cave und Drahdiwaberl-Punk. Und zwar schreit er ausgerechnet dann, wenn er die sensibelsten und lyrischsten Worte ausspricht - ein weiteres Indiz dafür, dass sich hier eine fragile Seele zu schützen versucht: vor der brutalen Oberflächlichkeit der Welt. Das geht wiederum mit nichts besser, als durch die eigene virtuose, entsprechend inszenierte, brutale Oberfläche.

Singer-songwritender Hardrocker, der Liebe sucht

Doch selbst die Texte sind schon so verschlüsselt, dass sich erst am Ende herausschält, dass es sich in manchem Lied etwa um Liebe dreht. So stampft Webley in lautem Amour-Fou-Schmerz auf Orpheus´ Mythosspuren beim Song Map (vor allem live, auf CD aus dem Jahr 2004 singt er den Song zärtlich als Chanson in jüdischer Erzählweise mit lustig geklopftem Schlagwerk und mit hämisch hoch, gegenläufig lachender Klarinette zum Schluß), wenn "sie" zu "ihm" sagt: "Ich bin nicht deine Liebe. Ich bin nur die Landkarte, die du benutzt, um jene zu finden." Zum beidseitigen Einverständnis endet der Song aber immerhin auf seinen Protest hin versöhnend, indem "er" auch dasselbe zu "ihr" sagen kann ... Inhaltlich eindeutiger ist der nächstenliebende Fidel-Folk-Rock Ways to Love, wohinter sich der psychoanalytische Grundsatz einer ermahnenden moralischen Mutterliebe verbirgt. Webley singt ihn - auf CD bei schnellem Geigen-Sound vor Elektrogitarre - schimpfend hart und damit ebenso rockig:

"Unsere Mutter machte uns zu Schwimmern,
sie warf ihre Babies in den Fluß,
voller Schlamm und dichtem Unkraut, ein Jahrhundert von merkwürdigem Schutt,
Wir lernten zu kämpfen und zu lieben -
.... So dachte ich, wir hätten genügend Wege der Liebe erlernt,
doch weiß ich noch nicht, Mutter, wer wir sind.

.... Man lehrte uns, Klassenbeste zu werden,
wir lernten, durch viele Lupen zu sehen,
wie unterzugehen und wie zu überfliegen,
Wir lernten, uns gegenseitig beim Sterben zuzusehen.
Mein Gott, dieses Lehrfach ist härter als wir selbst -

... Unser Verstand war scharf, unsere Körper brannten
Wir warfen uns selbst in unser Erlernen
Lieber Gott, dieses Jetzt ist stärker als wir -
Dachte, wir hätten genügend Arten der Liebe erlernt
doch weiß ich noch immer nicht, Mutter, wer du bist.
Ich dachte, ich wäre gut darin, in meiner Art zu lieben.

... Haben wir noch Zeit für ein Schläfchen?
Das Haus brennt, der Himmel fällt herab.
Junge, geh zurück. Geh zurück. Hier ist deine Mutter, die dich ruft."

Die virtuose Wunde im saufenden Rumpelstilzchen

Zum hüpfenden Rumpelstilzchen wird Webley schließlich, als er auf einen der Holztische im Publikum springt und beim immer schneller werdenden, rastlosen Song Icarus ironisch-bitter "Relax!" brüllt, als wäre seine maßlose Energie nur noch so zu stoppen, in die zum Finale das ganze Publikum aufgesprungen ist, nachdem er einige seiner berühmten, haltlosen Trinklieder angestimmt hat. - Was dem Publikum im Allgemeinen maßlos gefällt, gefällt wiederum der eingangs erwähnten Zuhörerin gar nicht, weshalb sich in ihr beim gefallenen Wort "Relax" eine persönliche Geschichte abspielt. Sie macht sie zu ihrem persönlichen Insider-Witz mit Webley. Denn hinter Webleys Aufrufen - das Publikum solle die fehlenden (auf der neuen CD The Cost of Living zu hörenden) Instrumente durch Mitsingen ersetzen, es solle sich im Kreis drehend die Finger in die Höhe strecken und sich ruhig bis zum Umfallen (nach Russentradition) besaufen - erkennt sie sehr wohl, dass Webley selbst das ihm gereichte Bier ausschlägt und lieber zum Wasser greift. Sie denkt sich, "warum er sich das überhaupt antut, die Show so übertrieben aufzudrehen? Ist ihm die entgegenkommende Lautstärke an Emotion als Beweis von Zuneigung so wichtig, um wichtiger zu werden als die eigentliche Kunst?" - Seine Fähigkeit zum Musiker, Sänger und Songwriter allein tät´s jedenfalls auch, wenn nicht sogar noch besser. Tiefstapelei ist nicht angebracht. Viel mehr gehört dieser Mann auf eine anständige Bühne, in ein anständiges Etablissement, damit "alle" Leute an seiner zärtlichen Text-Philosophie, seinem perfekten Multiintrumental-Spiel sowie seinem Silbe um Silbe detailliert und theatral-betontem Gesang auch bewußt teilhaben können ... e.o.


DAS URTEIL JASON WEBLEY IST EIN AUSERGEWÖHNLICH VIELSEITIGES, HOCHMUSIKALISCHES TALENT. UND SEIN AGGRESSIVES TEMPERAMENT IST SEINER SENSIBILITÄT DABEI ENTWEDER IM WEGE, ODER ES MACHT SIE GERADE EXTRA INTERESSANT ...

Links zum Webley-Anhören und für mehr Konzerte:
www.myspace.com/jasonwebley
www.songwriting.at

Unsere Singer-Songwriter-Tipp-Empfehlung - mit ausnahmsweise auch sehr bemerkenswerten Österreichern!
KONZERT Netnakisum (A) * Ort: Haus der Musik, Seilerstätte 30, 1010 Wien * Zeit: 17.7.2008: 20h
KONZERT Led To Sea (USA) * Ort: Rhiz, Stadtbahnbogen 37-38, 1080 Wien * Zeit: 13.8.2008: 22h30
KONZERT Garish (A) * Ort: Haus der Musik, Seilerstätte 30, 1010 Wien * Zeit: 21.8.2008: 20h
KONZERT Boy Omega (SWE) * Ort: Gasthaus Vorstadt, 1160 Wien, Herbststraße 37 * Zeit: 4.9.2008: 20h
KONZERT Bernhard Eder (A) / Lasse Matthiessen (DK) * Ort: Gasthaus Vorstadt, 1160 Wien, Herbststraße 37 * Zeit: 2.10.2008: 20h

Thursday, March 27, 2008

MUSIK: WENDE DER INTELLEKT-JUDEN DANIEL KAHN & GEOFF BERNER ZU YURIY GURZHYS HIRNARMER RUSSENDISKO

Rabe, 2007 (Foto © Elfi Oberhuber)

Was,
wenn der schwarze Rabe nicht schwarz ist, sondern rot, grün, blau,
wenn er nicht christlich böse wäre,
nur weise, wie in alter griechischer Mythologie,
wenn seine gebrochene Zunge tönt,
als wäre sie neu,
als wäre sie wie sie ist,
ungebrochen,
kein Jude?
Als wäre sie nur ein Mensch,
wie du und ich,
wie ich and you´,
wie ich und Jud´.
(e.o.)


Daniel Kahn hat das Tiersymbol des Raben zum Leitbild seiner Gruppe The Painted Bird erkoren: Was, wenn der Rabe nicht schwarz = böse gelte, sondern bunt - und damit "historisch befreit" - wäre, so wie "der Jude" ...

Der intellektuelle jüdische US-Songwriter aus Detroit vereint Punk-Cabaret und schmerzliche Nachdenklichkeit in seiner Musik: für ihn sollten Zungen ungebrochen, Vögel (Raben) frei sein ...

Wenn Juden so ausdrucksstark-klug wie Kahn, so schön wie Bassist Michael Tuttle, und so virtuos wie Beide sind, dann müßte das eigentlich die schärfste Menschenart sein ...

... wobei auch der punkstarke - den besoffenen Rabbi spielende - Geoff Berner nicht zu verachten ist, der selbstbewußt selbstironisch gegenüber dem Judentum textet und singt. (Konzert-Fotos © cinema-paradiso.at)

















Leider endete diese Intellektuellen-Energie in der Russendisko - ein Hype, der symptomatisch für diese Gesellschaft ist, wo der Stumpfsinn alles Kluge einsackelt, und die Fantasie vom klugen Juden in die hirntote Realität des ost-neureichen Kapitalismus gekehrt wird.



WUK - AKKORDEONFESTIVAL DAS PUNK-CABARET VON DANIEL KAHN & THE PAINTED BIRD BRACHTE MIT DEM VERFREMDUNGSKLEZMER - ENTERTAINER GEOFF BERNER JÜDISCH-INTELLEKTUELLES FLAIR NACH WIEN. DAS ENDETE IN DER RUSSENDISKO VON YURIY GURZHY

Was hat das Sprachrohr zu bedeuten, das Daniel Kahn hier im Wiener WUK beim Auftritt vor dem Gesicht hält? Steht es für den menschlichen Schnabel? Den Schnabel eines Raben? So wird es sein, bei Daniel Kahn & The Painted Bird, übersetzt "der angemalte Vogel". Er muß einer der Vögel aus Jerzy Kosinskis Groteskennovelle The Painted Bird sein, die nach einem Amokflug in den Himmel plötzlich als angemalte Raben auf die frisch-gepflügte Erde herabstürzen. Das parabelhafte Bild besagt mit seinen drei kleinen Worten, worum es den Juden in ihrem historischen Familienbewußtsein geht, woran sie bis heute unaufhörlich arbeiten. Am Wissen um die Geschichte des Volkes, wo gleichzeitig die Sehnsucht nach Befreiung von dieser Wissenslast mitschwingt, durch neu zu schaffende Komponenten und Konnotationen oder Weglassen Bestehender. So, dass eben aus The Broken Tongue, aus der Gebrochenen Zunge - wie die letzte CD mit gleichem Covertitel der Detroit-Berliner Klezmerverfremdungsband lautet - eine umso zungenfertigere (sprachlich anerkanntere) wird. Doch wie ironisch es das Leben nun mal meint, gewinnt dieses "leidende" Volk seine massenbewegendste Eloquenz ausgerechnet aus seiner erlittenen "Geschichte". Nichts erreicht die artistische Spitze mehr als Lieder über Polen, Auschwitz, Birkenau, ...

Birkenau - 7.Titel aus der CD The Broken Tongue
(Text und Musik von Daniel Kahn,
frei beschrieben von Elfi Oberhuber)

Das Klavier so schnell, es spielt verrückt,
als wüßten die Tasten nicht
wohin, auf-ab, auf-ab, hin-her;
Die hartnäckige Geige hält ihren Ton zerrissen auf einer Höhe,
bis das schwach-klare Akkordeon beides erlöst.

Da erklingt eine balkanesk-östliche Melancholie,
ihre langatmig gespielte kurze Melodie verlangt nach Antwort,
jener in Daniel Kahns Trauer:
"Unten am Bach, wo die dünnen Birken stehn,
die Vögel mit ihren Blechstimmen in den Bäumen,
sie singen sogar noch, als die Nummern aufkommen,
als wehe darüber nichts als der Wind."

Tango-prägnant fahren Cello-Klavier fort,
"Ich war ein Lamm für den Metzger, zum Häuten",
schluchzt kaum hörbar das Akkordeon,
"ohne Zeugen in der Dunkelheit,
für jedes Wimmern & für jedes Grinsen,
während all die Nummern unaufhörlich einmarschieren.
Ein Lamm ohne Schäfer, ein Bach ohne Meer;
eine Geschichte, die ich niemandem erzählen kann als mir.
Hier ist die Moral, denn die Zeit währt nicht lang;
die Welt ist ein Biest mit einem schönen Lied.
Aaahhh..."
Angestauter Schmerz strömt durch die Violine,
leise fordert das hohe Klavier nach seinem Recht, ...

... um endlich laut und tief entschlossen vorzuwerfen:
"Der Tag, er ist vorüber & die Dämmerung ist nahe,
Die Sonne ist bedeckt durch ein Überwachungsauge
& die Wolken sind befleckt mit einer verhängnisvollen Farbe,
als hätte der Metzger sein Messer am Himmel abgewischt."
Darauf das erstarkte Akkordeon:
"Die kalten Eisenbuchstaben lauten "ARBEIT MACHT FREI"
& das erscheint wie eine Lüge, doch mag es wohl so sein,
wenn deine Arbeit ein Versuch zu vergessen ist, wie man weint
& und deine Freiheit in einer Laugengrube zu finden ist.
Ein Lamm ohne Schäfer, ein Bach ohne Meer,
Eine Geschichte, die ich niemandem erzählen kann als dir.
So erkläre mir die Moral, denn die Zeit ist nicht lang,
& die Welt ist ein Biest mit einem schönen Lied.
Aaaaahhhhhh ..."



















Auschwitz - Birkenau, 2005 (Foto © Elfi Oberhuber)

Die edle Violine.
Das Klavier stirbt leise;
das Wunderschöne fließt über,
in eine neu zusammenhängende Welt,
in die Violinenmelodie von

8. Unter Di Khurves Fun Poyln
Unter den Ruinen von Polen
(jiddischer Text von Itsik Manger music: S. Beresovsky)
Kahn singt schmerzlich trauernd im Duett mit Niki Jacobs,
frei beschrieben von Elfi Oberhuber)


Unter den Ruinen von Polen, da liegt ein Kopf mit blondem Haar.
Der Kopf & auch meine Stadt, beides liegt in Ruinen da(r).
Über den Ruinen von Polen füllt der Himmel die Häuser mit Schnee
Der blonde Kopf meines Mädchens füllt meinen Kopf mit Weh.
Mein Weh rinnt über den Schreibtisch & schreibt einen langen Brief an sie
Tränen fallen auf das Blatt
Sind echt als würden die Worte verschwimmen.
Über den Ruinen von Polen, hinauf in die Wolken des Weiß,
da fliegt in ruhigen Flügelschlägen, ein großer, schwarzer, trauriger Rabe
Es ist der große, schwarze Trauerrabe,
(Wie mein Herz in diesem Vogel lebt!)
Er treibt seine Flügel fortan weiter, während er tief trauernd sein Klagelied fliegt



















Ruine in Polen, 2006 (Foto © Elfi Oberhuber)

Instrumentales Zwischenspiel wie von Chopin,
voll von Schmerz am Verlust, Sehnsucht nach der Verlorenen,
sie antwortet von weit her mit blonder Stimme aus dem Engelreich.
Da kommt aus der Gegenrichtung
der atonale Schlußpunktakkord vom Klavier,
die Kurzschlußreaktion vom allein Verbliebenen auf der ewigen Welt,
sie füllt den Raum mit der unverzeihlichen Todesanklage ...


Birkenau als Souvenir, Intellektuell-jüdische Aura im Live-Konzert von Daniel Kahn

Birkenau und Unter den Ruinen von Polen waren allerdings keine Lieder des Konzerts, sondern lediglich Souvenire für den Begeisterten zu Haus. Und doch muss man sich fragen, wie jene(r) überhaupt so weit kommt, sich so ein Souvenir erstehen zu wollen. Wobei man mit der CD direkt nach dem Konzert sogar Enttäuschung verspüren könnte, da sie hinsichtlich theatraler Ausdruckskraft und Energie doch um vieles schwächer ist als ein Daniel Kahn mit Band live. Vielleicht liegt es an den Rabenmasken, die zahlreich auf der Bühne stehen, die die ungemein intelligente Aura auf die Musiker abstrahlen, wo einer - Bassspieler Michael Tuttle - darüber hinaus auch noch ein wahres Bild von einem Mann ist ... Diese insgesamt außergewöhnlich schöne Intelligenz sprüht so attraktiv ins Publikum, dass man den Erstbesten neben sich, wegen seiner schwarzen Locken und würdevoll gebogenen Nase "als anziehenden Juden" festzustellen glaubt, während jener besonnen, mit auf seinem Handballen gestütztem Denkerkinn die jiddisch-amerikanischen Worte Kahns zu reflektieren scheint.

Kahns Worte handeln vom Brechtschen, durch den Lautsprecher eintrichternd geschrienen "Erst kommt das Fressen, dann die Moral", erstrecken sich über eine unmögliche Liebe von einem Juden zu einer Nicht-Jüdin ("Ich kann Dir mein Leben nicht vergessn, weil ich hab Dich lieb"), über das wissenschaftlich-analysierte Gespür einer witzig schleppend gesungenen Menschenkenntnis ("Ein bequemer Parasit befällt die Maus, die die Katze frißt, deren Geist dann irgendwann die Kuh befällt ...") mit leichter Pointe, bis zur Kriegssituation in Israel mit Friedenstraum in Palästina, das durch ein gekonnt eingebettetes Solo-Programm von Tuttle am Kontrabass, Bert Hildebrandt an der Klarinette und Hampus Melin am Schlagzeug zu einem mitreißenden Ende findet, sodass man sich zu einer Schwärmerei hinreißen lassen wird, wie: "Wenn das das Judentum ausmacht, dann ist das die schärfste Rasse, die es gibt!" Auch wenn Kahn erzählt, in Graz gefragt worden zu sein: "Sind Sie ein echter Jude?" - Worauf er meinte: "Ja, ich bin schon Jude. Aber echt?"

Punkiger Intelligenz-Porno von Geoff Berner

Man schwärmt, auch weil Amerikaner Geoff Berner zwischendurch noch eine weitere Facette dieser selbstbeherrscht-reflexiven Gut-Moral-Menschen an den Tag zu legen vermag, selbst wenn er dadurch als Persönlichkeit labiler wirkt als Kahn. Wo die Selbstkritik auf das eigene Volk bei Kahn stets spielerisch und neckend bleibt, wird Berner sogar ausfallend. So bezeichnet er sich selbst als Whiskey-Rabbi, unter dessen Titel er sein bekanntestes Lied in Rock-Punk-Klezmer-Manier geschrieben hat. Mit seiner sehr schönen, helleren und trotzigeren Stimme als Kahn, spielt er bei seinem Auftritt zunächst selbst den Mikro-umwerfenden Betrunkenen und fordert seinen Kollegen auf, inzwischen einen Witz zu erzählen, bis er sich wieder gefangen hätte. Kahn ist schlagfertig genug, um darauf einzugehen: "Ein Jude geht zum Arzt, der ihm sagt: "Sie haben nur noch drei Wochen zu leben." Darauf der Jude: "Ja, aber wovon?"

Darauf legt Berner rockig "besoffen" los, um überzeugend revolutionär festzustellen: "Ich bleib betrunken und arbeitslos!", und später zu behaupten, "Ich bin mit `Maschke´ (akustisch-jiddisch Whiskey) auf die Welt gekommen", worauf Kahn trocken, mit bitter-schmerzlichem Nachgeschmack beifügt: "Das erinnert mich an meine Beschneidung. Für ein Kind ist da `Maschke´ leider nicht erlaubt." - Eine Ritualkritik gegenüber der eigenen Sippe, die durchaus sympathisch kommt.

Dann legt Berner einen Song gegen das ausgeübte Unrecht der Reichen hin, The Rich Are Going To Move To The High Ground, mit Schreien besingt er den Lucky Goddam Jew, sodass man letztenendes nicht Angst um reiche Juden hat, sondern nur noch um ihn. Diesen Mann umgibt bei aller künstlerischen Fertigkeit etwas Untergangartiges, sodass man mit ihm bestimmt nicht sein Leben, aber immerhin seine Gesellschaft teilen will. Und doch tangiert der wunde Punkt eines Kahn noch stärker. Schon weil Berners "Stupid, Stupid!"-Gerufe zu Krieg und Hitler samt Krieg-Kollaps, übertrieben agitativ ist. Aber der Mann ist nun mal jung, demnach echt punkgetrieben. Umso besser kommt seine Energie bei The Wedding Dance of the Widow Bride, worin er als Musiker die Braut zum Weinen bringt ("Weep, bride, weep!"), da ihr Bräutigam ein Sozialmarxist sei, der die Ehe für Prostitution halte: "Deshalb mußt Du ihn ficken, nur damit er die Moral einhält." Und so haben die Musiker die Braut eben depressiv einzustimmen, um sich an ihr am Männerarsch zu erfreuen. Da bleibt nur irritiert zu fragen: Ist das nun männer- oder frauenfeindlich? - Als Abart eines us-jüdisch-gebildeten Intelligenz-Porno ist es aber auf jeden Fall spannend!

Das jähe Erwachen in der Russendisko von Yuriy Gurzhy

Voller geistiger Erregung platzieren wir uns nach diesen aufregend-anspruchsvollen, erdigen zwei Klezmer-Abstraktions- und Ausdrucksvirtuosen in schwarzen Denkeranzügen ein weiteres Mal im Publikum neben unserem "nachdenklichen jüdischen Lockenkopf", um auf das ukrainisch-ungarisch-berlinerische Rotfront - Emigrantski Raggamuffin Kollektiv zu warten. Und da plötzlich, mit erstem akustischem Ertönen, entpuppt sich der anregende "Intelligenzschwarm" neben uns als enttäuschende Illusion: seine geistige Haltung eines begehrenswerten jüdisch Intellektuellen verschwindet im geistlosen Gerüttle eines hinsichtich Bewegungsästhetik reflexionsohnmächtigen West-Russen. Hier schüttelt sich ein nichtsdenkender, überarbeiteter Antibildungsbürger den Alltagsfrust vom Leib. - So schnell verpufft ein Wunschsubjekt zur armselig objekthaften Projektionsfläche. Und die Musik tut das Übrige, um ihm dabei zu "helfen". Dabei soll es sich beim Erfinder dieser sogenannten Russendisko doch um eine sprichwörtliche Koryphäe handeln: DJ Yuriy Gurzhy hat den trashigen Stilmix aus Boney M., The Clash, Taraf De Haidouks und The Upsetters zwecks "Abtanzen" angeblich vor dem "österreichischen Pendant" Russkaja, das kürzlich seine erfolgreiche Trash-CD präsentierte, als großen, neuen Musiktrend eingeleitet. Statt Techno tanzt man jetzt eben Russendisko, sie funktioniert wie Bucovina und Funk mit Takt-Betonung auf die Eins - weshalb ihr Drive so einfährt. Und obwohl in dieser neun- bis elfköpfigen Besetzung sogar Daniel Kahn - jetzt in durchschnittsmenschlichem T-Shirt - mitspielt, enthält diese live-gegebene Hiphop-Reggea-Schlager-Balkan-Klezmer-Remixerei leider keinerlei intellektuelles Flair (wie es im Funk durchaus noch vorhanden ist). Auffälligerweise läßt sich dafür jener Menschenschlag integrieren, der bereits in den 80-ern die von den Intellektuellen-Tänzern verhaßten "Tussi-Tänzer" in den Reißer- und Hausfrauendiscos ausmachte. Deren Stil lautet nach wie vor: Ein Bein neben das andere setzen und mit Kopf oder Schulter hin und her wippen, oder eben nach unten schütteln wie unser "hirnloser Neureich-Russe" (dem wir nicht wagen, den "hirnlosen Juden" unterzujubeln, und der als herkömmlicher Ost-Russe eigentlich noch zur gebildeten Lesekultur-Gesellschaft zählen könnte.) - Wir verließen diesen esprit-armen Musikbrei daher nach fünf Nummern und erfreuten uns Tage später nachhaltig an der CD The Broken Tongue von Daniel Kahn & The Painted Bird - siehe reflexive Übersetzung oben ... e.o./r.r.

KONZERT ZUM NACHHÖREN auf:
http://emap.fm/akkordeonfestival.html



DAS URTEIL EINE HOCHSTEHENDE, MUSIKTHEATRALE EXKLUSIV-DARBIETUNG JÜDISCHEN INTELLEKTS ENDETE IM KOPFLOSEN RUSSENDISKO-GESCHÜTTLE - UND DENNOCH BLIEB DIESES KONZERT AM NACHHALTIGSTEN VOM GANZEN AKKORDEONFESTIVAL IN ERINNERUNG: WEIL ES ZEIGT, WIE SICH DIE GEISTIGE ELITE IN DIESER GESELLSCHAFT DER DUMMHEIT ZU UNTERWERFEN HAT. - STARKE CHARAKTERE SOLLTEN AUSBRECHEN UND SICH DIE ZEIT NEHMEN, UM SICH DEM NIVEAU ZUZUWENDEN. ES LOHNT SICH!

KONZERT Geoff Berner * Ort: Arena * Zeit: 10.04.08 * Geoff-Berner-Videos * link: www.geoffberner.com/vidindex.htm
KONZERT Daniel Kahn bzw. Yuriy Gurzhy kommen wieder zum 5th KlezMoreFestival Vienna 2008 * Zeit: 8.-23.11.2008 * link: www.klezmore-vienna.at * Gruppen-link: www.paintedbird.net * link: www.myspace.com/thepaintedbird

Thematische Nähe
KONZERT "Lieder am Rand“ KRAMER-VERTONUNGEN * Von und mit: Hans-Eckardt Wenzel - In Kramers „Heimatland“ hat sich kein Musiker je so intensiv mit diesen Gedichten beschäftigt wie der Künstler Hans-Eckardt Wenzel aus Ostvorpommern. * Ort: Kirche Gaußplatz * Zeit: 1.4.2008: 19h30

Tuesday, July 10, 2007

MUSIK: THEATRALES KLEZMERHIGHLIGHT - "DANIEL KAHN & THE PAINTED BIRD"

Starkes Bewußtsein für Bert Brecht: the angry, young man: Akkordeon-, Gitarre-, Klavier-, Sänger-Schau-Spieler Daniel Kahn ...

... seine drei Mitspieler im Theater-Gesangs-Epos: Bert Hildebrandt (Klarinette), Michael Tuttle (Upright Bass), Hampus Melin (Schlagzeug).













Daniel Kahn ist die männliche Lotte Lenya mit starkem Bewußtsein für Unrecht in der Welt, Nazis und Judentum. (Foto © Pierre Kamin)



THEATER IM NESTROYHOF - KLEZMORE-FESTIVAL EIN SCHAUSPIELER MIT PERFEKTEM ACTOR-ENGLISH UND BRECHTSCHEM VERFREMDUNGSKLEZMER EROBERT WIEN

Daniel Kahn & The Painted Bird lieferte als berlin-amerikanische Band mit ihrem Chansonnier-Leader die mit Abstand theatral ausdrucksstärkste Performance beim Wiener Klezmer-Festival. Daniel Kahn aus Detroit - ausgebildeter, mehrfach ausgezeichneter Schauspieler, Regisseur, Theaterautor und Poet - entwickelte im Sinne Brechts eine Art "Verfremdungsklezmer": radikales jüdisches Lied gemischt mit Punk-Kabaret, Gothic American Folk, sowie makabrem Klezmertanz. Seine in Berlin gegründete Band mit amerikanischen und deutschen Top-Musikern besteht seit 2005.

So erklärt sich der starke Bert-Brecht-Kurt-Weill-Charakter, direkt auch durch dessen neu interpretierte Lieder. In jedem Song schwingt gleichzeitig das Bewußtsein für die Geschichte der Juden mit. Mit klarer, offener Stimme, singt Kahn im Wechsel innerhalb eines Liedes in gepflegtestem Schauspieler-Englisch und dann wieder im echtesten Shtetl-Jiddisch, sodass seine Textpassagen atmosphärisch jeweils anders authentisch wirken. Nach der CD-Titelnummer The Broken Tongue, anmoderiert als "Hochzeitsmusik fürs Begräbnis", spricht Kahn im Wiener Nestroyhof von der "Ehre, in diesem Theater zu spielen, bzw. im Keller. Sie haben uns im Keller versteckt. Es ist unmöglich, hier nicht an die Geschichte zu denken", worauf ein aufmüpfig-leidenschaftliches Klagelied, in schnell-langsamem Wechsel von Akkordeon und Klarinette, Sprechgesang und Gesangsmelodie einsetzt.

Kurt Weill & Lotte Lenya in Daniel-Kahn-Version

Danach das Weill-Brecht-Lied aus den zwanziger Jahren Denn wovon lebt der Mensch? mit dem Schlagsatz der Armen: "Erst kommt das Fressen, dann die Moral". Jedes Instrument ist dem theatralen Gedanken unterworfen und "tönt" selbst wie ein weiterer Schauspieler, der mit Kahn ein Stück lebt. Jedes Lied ist eine geschlossene Welt für sich. Und doch ist es schlüssig, wenn das grotesk-schwere Liebeslied plötzlich ganz leicht wird, worin ein Mann als Jude zu einer Frau als Nicht-Jüdin sagt, "ich kann dir mein Lebn nicht vergessn, weil ich hab dich lieb"; oder wenn ein zynisch-makabrer Politsong in langem Vorspiel nur aus A-capella-Passagen besteht, worin sich Kahn als "Vorbeter" und die drei Bandmitglieder als "Antwort-Schar" erweisen, was dann in rhythmisch immer schneller und lustiger werdendem Tempo endet, um den textlichen Sinn zu konterkarieren: "Dem deutschen Keiser dienen ist niet gud, allen Keisern dienen ist niet gud, weil sie tun sich baden in unsrem Blud."

Anregend intelligent und konfrontativ männlich, folgt darauf das metaphorische Lied vom sinkenden Schiff, das der Kaptain bereits verlassen hat, wo nur noch Ratten hausen. Es spitzt sich zu rasend schnellem kurzatmigem Spiel der Klarinette zu, als befände sich auf dem Schiff auch noch ein hüpfendes, hämisch lachendes Teufelchen. - Dieses Konzert ist selbst im Internet nachzuhören, extrem spannend. Als wäre "die männliche" Lotte Lenya wieder auferstanden, deren Stimme im Kampf gegen die Faschisten schrill kreischt: "Ich muss sie (Anm.: die Faschisten) küssen, wo ich sie treffe!" - um zu überleben. e.o./a.c.


DAS URTEIL LOTTE LENYA LEBT IN MÄNNLICHER FORM UND IN VERFREMDETEM KLEZMER WEITER. ABSOLUT HÄMISCH, ABSOLUT STARK!

Wieder live zu hören und zu sehen im Rahmen des Akkordeonfestivals 2008:
KONZERT Daniel Kahn & The Painted Bird * Special Guest: Geoff Berner / Emigrantski Raggamuffin Kollektiv: Rotfront / DJ Yuriy Gurzhy * Im Rahmen des Akkordeonfestivals * Ort: WUK Saal * Zeit: 1.3.2008: 20h (Einlaß 19h)

Zum Nachhören des Festivals gehen Sie auf folgenden Link:
http://emap.fm/klezmore.html

Monday, July 09, 2007

MUSIK: VIRTUOSES KLEZMERHIGHLIGHT - DAS "LERNER Y MOGUILEVSKY DUO"

Marcelo Moguilevsky spielt auf einem Niveau Klarinette, Sopransax, Mundharmonika, Flöte und Maultrommel, dass einem der Atem stockt. Akkordeonist und Pianist Cesar Lerner ist sein exaktes Pendant auf gleichem Niveau. (Fotos © Lerner Y Moguilevsky Duo)


KIRCHE GAUSSPLATZ - KLEZMORE FESTIVAL AN VIRTUOSITÄT VON KEINER KLEZMER-BAND ZU ÜBERBIETEN: DAS LERNER Y MOGUILEVSKY DUO AUS ARGENTINIEN

Ein jazzig-romantisches Piano, eine besinnliche Klarinette beginnen leise und geisterhaft. Klänge der Grandezza - dass hier etwas Konzerthaus-taugliches vor sich geht, erkennt man sofort! Da gehen zwei Spitzenmusiker auf sensibelste Weise aufeinander ein, leiser dann lauter, aber nie laut. - Das argentinische Duo Cesar Lerner und Marcelo Moguilevsky, dessen Eltern einst aus Polen und Russland nach Argentinien einwanderten, wo es sich zur Musik von historischer Dimension mit unnachahmlicher Eigenheit und Fragilität perfektioniert hat.

Vielleicht liegt es ja an der Kirche, hier am Gaußplatz im zweiten Wiener Bezirk, warum diese Musiker so andächtig miteinander umgehen. Selbst wenn sie tatsächlich eher zeitgenössischen Klassik-Klezmer spielen, bestehend aus einem atonalen Klavier, das filmische Atmosphäre verströmt, und einer rudimentär jiddischen Klarinette, die klanglich nie aufbäumend oder schrill wird - wie normalerweise der lebensfreudige Klezmer in seinen Höhepunkten ausartet. Vielleicht ist hier aber auch nur der argentinische Klezmer heraus zu hören, des Landes mit dem Tango.

Klezmer-Cowboy pfeift durch Prärie Argentiniens

Ungewöhnliche Harmonien ergeben gebrochene Melodien mit unerwartenden Übergängen, wenn Moguilevsky zärtlich und leise und doch ganz schnell spielt; Seine Blastechnik ist neu, wenn er mit seiner Holzflöte, Gaita genannt, ein "Vogelgezwitscher" anstimmt. - Eines von zehn Instrumenten, die der schwarzhaarige Intellektuelle spielt, als das ihm auch sein Mund und seine Stimme dienen. Tief flüsternd sagt er: "Wir waren gerade in Buenos Aires, dann in Krakau, jetzt sind wir das erste Mal in Wien."

Er musiziert jetzt mit der Mundharmonika, Lerner begleitet ihn mit seinem Zweitinstrument Akkordeon. Beide beherrschen jedes Instrument gleich perfekt - auch das ist selten. Sie scheinen eine Geschichte aus Noten zu erzählen. Das ist Musik als Sprache für sich selbst. Plötzlich steigert sich Moguilevsky in kurzatmiges Japsen, er saugt wie ein Erstickender Luft gierig-schnell aus und ein. - Ein subtiler KLezmer. Vielleicht ist es der Klezmer eines Cowboy-Argentiniers auf dem Ritt durch die Prärie. Besonders jetzt, wo der dunkelhäutige Kerl auch noch eine Art Spiel mir das Lied vom Tod pfeift, allerdings auf höchstem, akademischem Niveau, unheimlich-leise, jiddisch-sanft, melancholisch, anwachsend zu Wehmut: als die Gaita die Lippen ersetzt, einstimmend zum jazzig-mexikanischen Hirtenflöten-Lied, das wieder in brillant-behutsamem Pfeifen mündet.

Ein verlorener Mensch versteckt sich gerne hinter der Flöte

"Wir improvisieren bei jedem Konzert, um unser Erbe wieder und wieder neu zu erfinden", sagt einer von ihnen, "wir ändern uns mit jedem Konzert, in jedem Ort." Demnach wirkt sich die Kirche also wirklich besinnlich aus. Doch jetzt, beim Spiel der Handtrommel zur Gaita denkt man wieder: Hätten die Indianer Jazz gespielt, dann hätte das wohl so geklungen. Jede Leidenschaft genau kalkuliert, schießt sie Moguilevsky radikal, messerscharf und kurz, plötzlich und präzise durch die Melodie, kein Ton kommt zufällig, bevor der Rhythmus - das einzig Typische für Klezmer - immer schneller wird.

Dann singt der Blas-Gesegnete auch noch zum Klavier, in sanfter, tiefer Stimme - ein argentinisches Lied in spanischer Sprache - die wieder durch Flöte ersetzt wird. - Piano-Flöte, die schönste Instrumentenkombination, auch, als in der folgenden Komposition die Gaita wie eine Panflöte klingt, abrupt wechselnd von extrem stark, schneller, langsam, ganz langsam, durchschnitten von ausgespuckten, harten Tönen, die wieder gezogen und verschmiert in einander fließen. Fast schizophren ist das. Wunderschön. Als versteckte sich da hinter der Flöte ein verlorener, unruhiger Mensch, der sich jedoch sicher ist, was er tut. Weil ihm die Sicherheit zu verlieren in verhaltener Exzentrik gefällt.

Müde Männer in überirdischen Gefilden

"Wir sind schon müde", sagt einer von ihnen nach 45 Minuten, "manchmal wird dir alles zu viel". Viel reden sie nicht. Müssen sie auch nicht. Sie sind so überirdisch eingespielt aufeinander, hören einander mit so großer Einfühlung zu, dass dieser Zauber jedes Wort unwichtig werden läßt. Vielleicht sind sie auch so gut, weil sie gerade so müde sind. Als Kapitulation vor dem Leben, in demütiger Größe.

Mit 1h15 war das wahrscheinlich das kürzeste Konzert: eine Gourmetküche sozusagen. Und anders als sonst, hat man danach keine Lust auf Deftiges, sondern will mehr davon! Das ist selten. Als Dessert gibt es ein extrem schräges Maultrommel-Akkordeon-Spiel, wozu die Bass-Klarinette einsetzt. Sowie ein echtes Klezmer-Stück, mit einer "lachenden" Karinette, beschwingtem Rhythmus als Refrain, und hämisch erzählerischem Mittelteil. Die Reaktion der Gäste: Standing Ovations. - Übrigens das erste Mal in Friedl Preisls Geschichte der Festivalorganisation. e.o.


DAS URTEIL DIE ARGENTINIER SIND NICHT NUR IM TANGO DIE ANSPRUCHSVOLLSTEN MUSIKER, SONDERN AUCH IM KLEZMER - ANBETUNGSWÜRDIG!

Wieder live zu hören im Rahmen des Akkordeonfestivals 2008:
KONZERT LERNER Y MOGUILEVSKY DUO * Im Rahmen des Akkordeonfestivals * Ort: Szene Wien * Zeit: 4.3.2008: 20h

Zum Nachhören des Festivals gehen Sie auf folgenden Link:
http://emap.fm/klezmore.html

MUSIK: FREUDIGES KLEZMERHIGHLIGHT - DIE "17 HIPPIES"


Akkordeon-Rocker Kruisko, Gitarrist Dirk Trageser und die bildhübsche Kiki Sauer sind drei der charakterstarken Bandmitglieder der 17 Hippies

Deutsch-Brite Christopher Blenkinsop ist der eigentliche Kopf der Band und sorgt für Barden-Battles wie hier mit Banjo-Gitarrist Lüül...

... und Showacts mit dem Publikum als "Dirigent": "Give me Five" - sagt er da! Das reißt den letzten Drückeberger aus der Passivrolle.

Klarinettist Henry Notroff (rechts) ist neben Geiger Daniel Friedrichs der Klezmerischste der Truppe: und deshalb wahnsinnig toll! (Fotos © Ullrich Mücke, 17 Hippies)


OST KLUB - 4. KLEZMORE FESTIVAL DIE 17 HIPPIES AUS BERLIN LEHREN DIE ÖSTERREICHER DAS FREUEN: EINER DER HÖHEPUNKTE DES JIDDISCHEN FESTES, DER ZIEMLICH UNJIDDISCH WAR

Sie werden niemals den literarischen Nobelpreis bekommen und auch niemals das intellektuelle Niveau der jüdischen Gemeinde erreichen, aber Klasse ersten Ranges haben die Berliner 17 Hippies dennoch. Das wird zum Klezmer-Fetzen mit einer Injektion aus Ballermann als deutsche Antwort auf die Droge Funk, da bleibt kein Bein trocken. Geschwitzt wird, denn getanzt; und gestaunt. Im Wiener Ost Klub, dem zweitletzten Konzert des spannend-vielfältigen Klezmer-Festivals, organisiert von Friedl Preisl.

Dabei handelt es sich bei den 13 Musikern keineswegs (bis vielleicht auf eine Ausnahme) um typische 68-er. Sie entstammen auch nicht der ganz jungen Generation - wie man meinen könnte -, die aus modischen Gründen ja schon länger wieder die 70-er Jahre aufleben läßt. Nein, da auf der Bühne bewegen sich hauptsächlich um die 40-Jährige, die extrem guter Laune, sprich echt gut drauf sind. Das in rasend-schnellem Tempo. Mit Spielen und Hüpfen zugleich - wie geht denn das?! - Soll man hier also von Ethno-Musik sprechen, dann ehestens auf Basis von Berlins Kultur: Was heißt, auf Lebenszeit junger und freier Künstler zu sein, akzeptiert in und ausgelebt von breitem Freundeskreis.

Sonnenkinder zwischen Gottschalk und feuriger Rhythmik

Klar, dass sich solche Sonnenkinder über die Österreicher nur wundern, wie eines von ihnen in der Anmoderation staunt: "Diesen Nihilismus gibt es auch nur bei Euch; ich hab mir an einer österreichischen Tankstelle als Souvenier einen Totenkopf gekauft, den man sich eigentlich ins Auto hängen sollte ..." Dass das also - um es noch mal zu betonen - nicht nach jüdischem Geist klingt, sondern doch eher nach Warm-Up-Mallorca-Urlauber-Animation - ganz besonders wenn sie im Brünettinnen- und Blondienen-Witz endet, liegt auf der Hand. Oder wenn Posaunist Uwe Langer vom Publikum aus plötzlich aufspielt und sich darin die Bahn zur Bühne frei macht. Doch der wahnsinng schnelle Rock-Pop-Klezmer danach, mit einem ungemein eloquenten Klarinettisten Henry Notroff, einem jüdisch-temperamentvollen Daniel Friedrichs und einem rockigen Akkordeonisten Kruisko, macht klar, dass Thomas-Gottschalk-Unterhaltung und feinstes musikalisches Können durchaus Hand in Hand gehen.

Drei charismatisch-eigenständige Leadsänger

Die charismatischen drei Lead-Sänger, die alle neben ihrem Instrument eine individuelle Gesangssprache - und ein kulturelles Genre - einbringen, sorgen für spannende Wechsel innerhalb des Konzerts sowie für die emotionale Bindung zum Publikum: Der in Indonesien aufgewachsene Brit-Deutsche Christopher Blenkinsop und eigentliche Leader singt Ukulele-Irish-Bouzouki-spielend Schlager-Pop-Englisch (Just Like You) und veranstaltet Gesangs- und Gitarren-Barden-Battles sowie solche mit dem Publikum, also mit gehöriger Portion Humor, was die Stimmung zusätzlich anheizt; die bildhübsche Lana-Turner-Blondine und Frankreich-studierte Kiki Sauer singt Akkordeon-spielend auf Französisch Chansons (Son Mystere), und Gitarrist Dirk Trageser ist in Bezug auf das Berlinerische am stimmigsten: mit Liedern wie Schattenmann. Er schaut nicht nur Udo Lindenberg ähnlich, er tönt auch so. Nur die Texte hat man im Konzert akustisch leider kaum verstanden. Von Schnulze über Schnorre bis zu Klezmerrhythmik ist an sich aber alles vorhanden. Das macht Spaß!

So verwundert es selbst uns Österreicher, als Kiki Sauer erzählt: "Wir waren das erste und letzte Mal vor acht Jahren in Österreich als Vorgruppe von Georg Danzer beim Donauinselfest eingeladen, wo wir beinahe unbemerkt spielten, und der Höhepunkt des Konzerts war, als jemand vor der Bühne in den Graben fiel." - Nach diesem Konzert dürfte das revidiert sein. Hoffentlich kommen diese leibhaftigen Lebensfreuden bald wieder. Das todgestimmte Österreich kann es brauchen! e.o.


DAS URTEIL WAR EINES DER STÄRKSTEN KONZERTE DES KLEZMORE-FESTIVALS, MIT GLÜCKLICHEN DEUTSCHEN TYPEN IN RASEND SCHNELLEM KLEZMER-RHYTHMUS: BITTE NÄCHSTES MAL ABER AUF EINER GRÖSSEREN BÜHNE!

Thursday, June 28, 2007

MUSIK: WIENER JÜDISCHER CHOR & ISLE OF KLEZBOS ERÖFFNEN KLEZMORE-FESTIVAL

Die Uneitelkeit jüdischer Musikerinnen ist verblüffend: Das beginnt bei Barbra Streisand und endet bei der amerikanischen Frauen-Klezmer-Band Isle of Klezbos (© Foto mit alter Besetzung: Anita Briggs)

Der Wiener Jüdische Chor, geleitet von Roman Grinberg, ist eine Ausgeburt der Lebensfreude. Die Belzer Sisters gehören auf die ganz große Bühne (eine davon steht hinter Grinberg: mit Brille, 2.v.rechts) (© Jüdischer Chor)


PORGY & BESS - 4. KLEZMORE FESTIVAL VIER ELEMENTE MACHTEN DIE ERÖFFNUNG DES WIENER KLEZMER-FESTIVALS ZUM FREUDENABEND - OBWOHL DER CHOR EHER LEBENSFROH ALS KÜNSTLERISCH, DIE FRAUENGRUPPE EHER JIDDISCH-BRAV ALS -FUNKY BZW. "BILLIE HOLIDAY" WAR

Wegen vier Elementen war der Besuch des Eröffnungs-Doppelkonzerts anläßlich des 4. Wiener Klezmer-Festivals, das bis 8. Juli 2007 dauert, ein Glücksgang. - Und obwohl die hohe Erwartung eher auf die amerikanische Frauenband Isle Of Klezbos gerichtet war, verbuchte der Wiener Jüdische Chor - begleitet von Akkordeonist Igor Pilyavkiy, der auch der Panflöte mächtig ist, der mitreißend fidelnden Daniela Fischer, Bass Manfred Klaus sowie Schlagzeuger Wolfgang Dorer - drei von diesen vier Glücksingredienzen für sich: durch seine ansteckende Freude am Singen, das herausragende Gesangduett der Belzer Sisters und den witzigen Dirigenten-Entertainer und hüpfend-anmutigen Pianistenschelm: Roman Grinberg.

Vom jüdischen Witz zur jiddischen Chormusik

Der gebürtige Moldawier Grinberg verströmt das Bild eines ungemein lebenslustigen Zeitgenossen. Ist er Prototyp der jüdischen (jiddischen) Mentalität, dann soll er mit seiner schnelldenkend schlagfertigen Laune nicht nur seinen Chor, sondern bitte gleich ganz Wien anstecken. Der jazz-geeichte, musikalisch vielfältige Klavierspieler hat seine eigene Klezmer-Gruppe nicht umsonst Frejlech (Fröhlich) genannt, wo er außerdem singt, arrangiert und Alon Kupert als Band-Spaßvogel, Schlagzeuger Tony Grinberg, die ausdrucksstarken Genie-Geiger Alioscha Biz und Paul Fields, Klarinettist und Saxophonist Horst Hausleitner, Klarinettist Thomas Gensthaler, die Akkordeonstars Roman Gottwald und Krzysztof Dobrek, sowie die Posaunisten Hans Bichler und Dominik Stöger leitet. So wie der jüdische Witz die Regeln des Lebens von innen her hinterfragt, schießt Grinberg seine Kommentare zwischen den Liedern ab, etwa zu Die greene Cousine, das von einer Emigrantin in Amerika handle, die "grün hinter den Ohren" alle Verehrer abweist, weil sie zu jung ist und erst mal arbeiten muss, was sich mit den Jahren aber auch nicht ändert, weil sie "noch immer nur arbeiten muss. Auf die Frage, wie es ihr gehe, sagt sie: "Verbrennen soll das Land des Columbus."" Weitere chassidische, jiddische, hebräische und sefardische Lieder enden schließlich im Witz: Rifka fragt Chaim nach dem Konzert: Na, wie hat es dir gefallen? - Er: "Suchst du schon wieder Streit?"

Immer schneller zum Belzer-Sisters-Höhepunkt

Die oftmals langsam beginnenden Lieder, die typisch für Klezmer-Musik immer schneller werden, sind - künstlerisch gesehen- nicht unbedingt das höchste der Gefühle, sie haben aber verbindenden, feierlichen "Volkscharakter" gleich dem Gospel (weshalb auch der nigerianische Nichtjude als Gast-Solist passt); und dank jiddischer Sprache erhalten sie obendrein einen ganz eigenen Charme. Wobei Jiddisch bitterer Weise bis 1938 von zwölf Millionen Menschen gesprochen wurde, heute nur noch von sechs Millionen verstanden bzw. 0,7 Millionen gesprochen wird, und zwar hauptsächlich in Amerika. Umso überraschend atemberaubender wirken die gesangstechnisch exklusiven Belzer Sisters - Dora Napadensky und Emilia Blufstein, ebenfalls aus Moldawien: Ihre theatral-narrative Färbung ist beim Singen so intensiv, da sie die Steigerung nicht nur Tempo-bezogen, sondern auch innerlich erlebend betonen. Temperamentvolle Lautstärke modulieren sie mit Sensibilität in leisen, hohen Tönen. Passend zum wehmütig schönen Text: "Wenn du lachst, lachen alle mit dir mit. Wenn du weinst, bist du einsam wie ein Stein, du weinst für dich allein." - Das ist Esther Ofarim mal zwei; und es sollte möglichst bald eine CD von ihnen geben!

Ungeschminkte Frauenband

Unter dem Titel Billie Holiday meets Yiddish Boogaloo bestritt danach den zweiten Teil Isle Of Klezbos, geleitet von der Schlagzeugerin Eve Sicular. Und da kam es zum vierten Element der Faszination: über die Mischung von absolut ungeschminkten Musikerinnen (konkret ohne Make-up) mit teilweise höchster Virtuosität bei dieser narrativ-eloquenten, rhythmischen Musik. Das ergibt ein ganz eigenartiges "Frauenbild". Und doch absolvierten sie das Programm insgesamt etwas zu brav, zu sehr auf die Noten starrend. Auch die Musikauswahl wirkte ein wenig eintönig. Im Detail ist Carmen Staaf jedoch eine gefühlvoll spielende Pianistin, die nur am Akkordeon manchmal ein wenig bemüht wirkt. Reut Regev, mit schwarzem langem Haar, würde man das Posaune-Spielen nie glauben, erzählte sie einem auf der Straße davon - so schön und anmutig ist sie. Umso ungewöhnlicher ist der Anblick, wenn sie in dieses schwerfällig große Instrument mit runden Wangen bläst - manchmal ausgezeichnet, manchmal, weil sie es "muß". David Hofstra sprang ersatzweise für den ansonsten ebenfalls weiblichen Bass ein. Herausragend gut sind schließlich die Klarinettistin und Alt-Saxophonistin Debra Kreisberg, die in ihrem wendig schnellen Ausdrucksvermögen irgendwie an Woody Allen erinnert; und Sängerin Deborah Karpel, die allerdings keine Billie Holiday, sondern eher eine Ruth Brauer oder Judy Garland ist, wenn sie etwa Shpil Du Fidl, Shpil sing singt. - Vom versprochenen Punk- und Funk-Einfluß war in diesem Konzert nichts zu merken, er lässt sich aber auf der Homepage der Gruppe nachhören (wobei Bandleaderin Eve Sicular auch bei Metropolitan Klezmer spielt). e.o.


DAS URTEIL JIDDISCHE MUSIK BRINGT GENAU DIE RICHTIGE ABWECHSLUNG FÜR JENE, DIE SCHON VIEL BALKANMUSIK GEHÖRT HABEN. EINE SENSATION SIND DIE BELZER SISTERS, EIN CHARMEUR IST ROMAN GRINBERG. WEGEN IHRER UNEITELKEIT FASZINIEREND: ISLE OF KLEZBOS. - DEN FUNK IST MAN UNS SCHULDIG GEBLIEBEN.


Nächste Konzerte des 4. Klezmore Festivals Vienna 2007 über: www.klezmore-vienna.at
CD-Ausschnitte von Roman Grinbergs Gruppe Frejlech, über: http://www.klezmer.at/Frejlech-Index-2.htm
CD-Ausschnitte von Isle of Klezbos, über: http://www.metropolitanklezmer.com